Energieausweis Kärnten: DI Paulitsch Experteninterview

Energieausweis Kärnten
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Fragen zum Energieausweis Kärnten? Dann beantwortet Ihnen DI Dieter Paulitsch einige Fragen zu EA, HWB, fGEE, und U-Wert. Der Energieausweis Kärnten ist nun einmal Pflicht, und welche Werte es in diesem Zusammenhang gibt – hier ein Überblick. Wer sich für Immobilien in Kärnten interessiert, sollte auch in diesem Thema Bescheid wissen.

Energieausweis Kärnten – DI Dieter Paulitsch bringt Licht in den Energiedschungel

Herr Paulitsch, den meisten Menschen ist der Energieausweis Kärnten zumindest ein Begriff. Nun ist dieser ja Pflicht – können Sie bitte die wichtigsten Fakten für unsere Leser dazu auf den Punkt bringen?
Der Verkäufer, aber auch ein Vermieter, ist laut Energievorlagegesetz seit 01.01.2009 dazu verpflichtet, dem Käufer (oder Mieter) einen gültigen Energieausweis Kärnten vor Vertragsunterfertigung zu übergeben. Die Gültigkeit eines Energieausweises ist mit 10 Jahren befristet. Bei Vorlage eines EA, der älter als 10 Jahre ist, sollte man als Käufer/Mieter eine Neuausfertigung verlangen.

Energieausweis Kärnten
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HWB und fGEE – welche Rolle spielen diese Werte und was bedeuten sie?

Zudem liest man auch immer wieder vom HWB (Heizwärmebedarf) und auch vom fGEE-Wert (Gesamtenergie-Effizienzfaktor). Was kann man sich als Laie oder eben als Käufer / Interessent darunter vorstellen? Was sagen diese beiden Werte aus, wie hängen sie zusammen und wie kann man sie am besten interpretieren?
Der HWB wird im Wesentlichen anhand von bestimmten Vorgaben, z.B. den Klimadaten des Standortes der Liegenschaft, sowie Daten, welche die Wärmedämmqualität der Bauteile – z.B. Wände, Decken, Fenster – des Objektes definieren (U-Werte), berechnet. Der fGEE (Gesamtenergie-Effzienzfaktor) drückt aus, um wieviel besser oder schlechter ein Objekt im Vergleich mit einem 2007 hergestellten Objekt ist (Objekt 2007 = 1,0); z.B. fGEE = 0,5 bedeutet, dass der Energiehaushalt nur halb so hoch ist wie bei einem im Jahr 2007 errichteten Objekt. Und ein fGEE von z.B. 2,0 drückt aus, dass der Energieverbrauch des berechneten Objekts doppelt so hoch ist wie bei einem im Jahr 2007 errichteten Objekt.

Was tun bei höheren HWB-Werten?

Bei Gebrauchtimmobilien ist ja nun häufig ein höherer HWB-Wert vorhanden – dennoch muss die Bausubstanz und allgemein der energetische Aspekt des Hauses nicht schlecht sein. Wovon hängt eine Bewertung all dieser Faktoren noch ab?
Der Energieausweis ist wie der Typenschein beim Auto zu verstehen und macht den Vergleich von Objekten verschiedenen Alters und verschiedener Bauweisen möglich und fördert das Bewusstsein, ob ein Objekt im Hinblick auf den Energieverbrauch „gut“, „weniger gut“ oder
gar „schlecht“ ist.

Energieausweis Kärnten
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Bei älteren Häusern und auch Wohnungen mit höherem HWB und fGEE bedeutet dies ja nicht, dass das jeweilige Objekt nicht bewohnbar ist, nur muss man damit rechnen, dass die monatlichen Kosten oft wesentlich höher sind als bei vergleichsweise neueren oder neuen Objekten. Bei Häusern, bei denen ein höherer HWB ausgewiesen ist, sollte man überlegen, welche Maßnahmen zur Verbesserung des Energiehaushaltes und der Nachhaltigkeit (Stichwort: Verwendung von erneuerbaren Energien) notwendig sind (z.B. Vollwärmeschutz, Isolierung der Kellerdecke und der obersten Ge- schoßdecke, Erneuerung der Fenster, Tausch der Heizanlage etc.), und welche Kosten hierfür zu erwarten sind.

Bei Wohnungen mit höheren HBW-Werten sollte man über die Hausverwaltung abfragen, ob entsprechende Maßnahmen angedacht sind und ob eventuelle Verbesserungsmaßnahmen aus dem Rücklagenfonds nanzierbar sind, oder ob dafür ein Kredit von der Eigentümergemeinschaft aufgenommen werden muss, was wiederum die monatlichen Kosten – zumindest für die Kreditlaufzeit – erhöhen kann.

Herr Paulitsch, Danke für das Interview zum Energieausweis Kärnten!

Fotos: Pioabay


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